Donnerstag, 23. Januar 2014

Ver-Flixt Nr. 3: Versus You - Moving On

Die frühen 2000er, was für eine Zeit das war. Good Charlotte veröffentlichen „The Young And The Hopeless“ und feiern damit ihre Erfolge. The Offspring feiern ihren White Guy, der ziemlich fly sein soll, auf den Playstations dieser Welt läuft Tony Hawk virtuell zu Höchstleistungen auf und in den Kinos laufen jede Menge Apfelkuchen über die Leinwand.

Wozu das Geplänkel? Es gibt da so eine Band, aus einem der kleinsten Staaten Europas, die mit ihren Instrumenten und ihren Stimmen eben genau diese feine Textur aus Pop- und Skatepunk erschafft. Versus You heißt sie und kommt aus dem beschaulich kleinen Luxemburg. 2005 von den beiden Freunden Eric Rosenfeld (Gitarre und Gesang) und Giordano Bruno (Bass) gegründet, ist die Band mit der Zeit auf vier Mitglieder angewachsen, mit einigen kleinen Änderungen hier und da. An der zweiten Gitarre sitzt oder steht, je nach Umfeld, der jüngere Bruder von Giordano, Dario. Ein paar Trommler sind wohl auch ins Land gegangen, heute drischt Jerry Kirpach auf die Felle.
 

Nun steht ihr dritter Longplayer „Versus You“ in den Startlöchern und der hört sich mehr nach Kalifornien an, als nach Luxemburg. Es klingt nach den langen Sommerabenden mit Freunden, nach Skaten auf den Asphaltplätzen der Stadt und nach Sommer, also genau dem Gegenteil, was gerade vor der heimischen Haustür abgeht, die Menschen auf der Nordhalbkugel werden wissen, was hier gemeint ist. Auch wenn es alles glücklich klingt und nach Mitgröhlen förmlich schreit, so sind die Texte doch recht ernst und regen an vielen stellen zum Nachdenken an. Da geht es um Tabletten, 30 an der Zahl, die eigentlich nur ein paar Nebenwirkungen, die mit dem HI Virus einhergehen, bekämpfen, aber nicht den Virus selbst, wie in „30 Pills“. Es geht um den lauten und schnellen Lebensstil und um dünne, verwirrte Menschen, wie in „Skinny & Distracted“. 


Das alles wird anständig unter Hochdruck verpackt, so dass die Kopfhörer zittern und die Boxen hüpfen, mit so viel Energie schmettern die Instrumente über die Membrane. Der Mensch hinter dem Mischpult hat also seine Arbeit richtig gemacht. Nach dem dritten Durchlauf von „Versus You“ kann man einige Hooks mitsingen, oder wenn keiner da ist, auch mitgröhlen, denn dazu lädt die Schose ein. Und wer dann etwas Zeit zum Luftholen braucht, kann das bei „You Are My Friend“, der einzigen Ballade auf dem Album, gerne machen.

Die harten Fakten zeigen 30min auf der Uhr, auf zwölf Titel verteilt. Wie für Punksongs üblich, überschreitet keiner der Titel die 3min-Marke. Durch die leichte Zugänglichkeit jedoch, kann man die Platte auch gut und gerne den halben Tag laufen lassen, man wird weder genervt sein noch stört sie unangenehm. Veröffentlicht wird diese Zeitkap… das Album am 14.02.2014 auf Flix Records. Wer wissen möchte, was er denn da kaufen kann, darf sich die Single „Better Then Me“ gerne zu Gemüte führen. Diese erschien am 14.01.2014 auf Flix Records. Hier bekommt ihr noch zwei Titel mit auf den Weg, die gut und gerne als B-Seiten durchgehen können, sie stehen aber dem Album in nichts nach.
 





Wer also noch mal akustisch in die frühen 2000er reisen möchte, auf guten Skatepunk steht oder die alten Good Charlotte vermisst, der darf das Album kaufen. Alle anderen auch, denn das Album hat das gewisse Etwas für einen Klassiker. Also die abgeranzten Chucks aus dem Schuhregal geholt, das verstaubte Skatedeck aus Jugendtagen aus dem Keller gesucht und ab dafür… obwohl, bei dem Schnee.

6/6 Punkten. 


Versus You - Moving On
(Quelle: Promokit von Flix Records)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Weckt Erinnerungen, abgesehen vom Zentral-Europäischen Akzent.